Klimaschutz
Die natürlichen Treibhausgase machten wahrscheinlich erst Leben auf unserer Erde möglich. Ein Zuviel der Treibhausgase führt zur langfristig nicht mehr umkehrbaren Erderwärmung mit allen Folgen der Veränderung der globalen und regionalen Klimate.
Die globale Klimaveränderung wird durch die Industrialisierung beginnend im 19. Jahrhundert verursacht. Vor allem durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern erhöhte sich der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre. Treibhausgase sind das Kohlendioxid (CO2 ), das Methan (CH4 ), das Lachgas (N2 O) und flourierte Gase. Ein weiterer Faktor ist die großflächige Abholzung von Wäldern. Diese Gase absorbieren einen Teil der vom Boden abgestrahlten Wärme, die ansonsten wieder in das All entweichen würde. Dadurch wird wie in einem Treibhaus zur Erwärmung der erdnahen klimarelevanten Schicht der Atmosphäre beigetragen.In der Folge erhöhte sich zwischen 1906 und 2005 die globale Durchschnittstemperatur um 0,74 °C ± 0,18 °C. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen erwartet bis 2100, dass sich die Erdtemperatur um weitere 1,1 ° bis 6,4 C erhöhen wird.
Der IPCC-Bericht vom April 2007 erläutert die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels aus globaler und kontinentaler Sicht. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die nächsten acht Jahre das letzte Zeitfenster sind, um effektive Klimaschutz-Maßnahmen in die Wege zu leiten und so extreme Zustände im kommenden Jahrhundert zu verhindern. Selbst wenn diese Maßnahmen greifen wird man eine Umkehr erst in 50 oder mehr Jahren bemerken.
Zur Reduktion der Treibhausgase und damit zum Klimaschutz gibt es internationale, als auch europaweite und nationale Anstrengungen und Vereinbarungen. Die wichtigsten werden im Folgenden dargestellt.
Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen
Bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 1992 (United Nations Framework Convention on Climate Chance (UNFCCC) handelt es sich um ein internationales Umweltabkommen. Das Ziel ist die globale Erwärmung zu verlangsamen sowie die Folgen der Erwärmung zu verhindern. Es wurde vereinbart, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, auf dem eine gefährliche Störung des Klimasystems durch menschliche Einflüsse verhindert wird.
Die Klimarahmenkonvention wurde 1992 in Rio de Janeiro von den meisten Staaten unterschrieben. Die 189 Vertragsstaaten der Konvention treffen sich jährlich zu Weltklimagipfeln.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll, beschlossen am Weltklimagipfel in Kyoto, ist eine internationale Vereinbarung zum Klimaschutz. Es legt rechtsverbindliche Ziele zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen der Industriestaaten fest.
Die im Rahmen des Kyoto-Protokolls beobachteten Treibhausgase sind Kohlendioxid (CO2 ), das als Referenzwert dient, Methan (CH4 ), Distickstoffoxid (Lachgas, N2 O), teilhalogenierte und perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW, HFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6 ). Sie entstehen vor allem bei Verbrennungsvorgängen.
Das Kyoto-Protokoll wurde von der EU und von Österreich ratifiziert. Österreich hat sich verpflichtet die Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 13 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu reduzieren.
EU-Klimastrategie bis 2020
Auf Basis des Europäischen Programms zur Klimaänderung (ECCP) wurde von der Europäischen Union eine Klimastrategie erarbeitet. Die „Strategie zum Klimawandel: Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels bis 2020 und darüber hinaus“ der Europäischen Kommission vom Jänner 2007 schlägt Maßnahmen vor, mit denen der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2°C über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll.
Beim Europäischen Rat am 8. und 9. März 2007 haben sich die EU-Mitgliedstaaten verbindlich zu dem folgenden Ziel bekannt:
- Senkung der Treibhausgasemissionen gegenüber dem Niveau von 1990 bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent.
- Steigerung der Energieeffizienz, damit gegenüber den Hochrechnungen für das Jahr 2020 insgesamt 20 Prozent des Energieverbrauchs der EU eingespart werden können;
- Steigerung des Anteils erneuerbarere Energieträger zum Gesamtenergieverbrauch der EU auf 20 Prozent bis zum Jahr 2020;
- Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe am Gesamtkraftstoffverbrauch (Benzin und Dieselkraftstoff) für den Verkehrssektor in der EU auf 10 Prozent bis zum Jahr 2020.
Österreichische Klimastrategie
Österreich will das Kyoto-Ziel durch seine nationale Klimastrategie erreichen, die im Jahr 2002 erstellt und im Jahr 2007 überarbeitet wurde. Darin sind Zielwerte und Maßnahmen für acht Sektoren, darunter Industrie und produzierendes Gewerbe, Verkehr, Energieaufbringung, Raumwärme und sonstiger Kleinverbrauch, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, fluorierte Gase und sonstige CO2 +N2 O+CH4 -Emissionen festgelegt.
Kernpunkte der Österreichischen Klimastrategie sind die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden sowie des Anteils der erneuerbaren Energieträger für die Stromerzeugung, Förderungen für Biomasse-Nahwärme, Lenkungsmaßnahmen und Bewusstseinsbildung im Verkehr, die Umsetzung der Deponie-Verordnung sowie die Nutzung der flexiblen Mechanismen des Kyotoprotokolls.
Die Strategie hat Erfolg, muss aber andererseits konsequent verfolgt werden, um zum Ziel zu führen. Mit den gesetzten Maßnahmen ist Österreich in vielen Bereichen Spitzenreiter in der EU:
- Bei den Emissionen von Treibhausgasen liegt Österreich an dritter Stelle in der EU, hinter Schweden und Frankreich, die ihren Vorsprung aber mit dem Einsatz von Atomkraft sichern. Österreich hält diese Position durch Nutzung von Wasserkraft, alternativen Energien und Biomasse.
- Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien beträgt 59,1 Prozent. Damit ist Österreich unangefochten die Nummer 1 in der EU. Der Anteil der EU-Mitgliedsstaaten liegt bei 14,4 Prozent.
- Auch im Bereich der Biokraftstoffe hat Österreich eine Vorreiterrolle inne und liegt gemeinsam mit Schweden und Deutschland an der EU-Spitze. Der Anteil an Biokraftstoffen betrug bereits 2006 3,5 Prozent, der EU-Durchschnitt liegt bei 1,8 Prozent.
- Beim Einsatz von Biomasse ist Österreich auf Platz vier hinter Finnland, Schweden und Litauen.
Für Österreich gilt ein Reduktionsziel für die Kyoto-Verpflichtungsperiode zwischen 2008 und 1012 von minus 13 Prozent bezogen auf die Emissionen des Jahres 1990. Das Kyoto-Ziel beträgt in Österreich 68,8 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente. Im Jahr 2006 lagen die Kohlendioxid-Äquivalente um 22,3 Mio. Tonnen über dem Kyoto-Ziel.
Hauptverantwortlich für die starke Steigerung der Treibhausgase ist der Verkehr, der von 1990-2006 eine Zunahme von 83 Prozent an Kohlendioxid-Äquivalenten erfahren hat. Methan-Emissionen aus Abfall- und Landwirtschaft sind ebenso wie die fluorierten Gase rückläufig.
Insbesondere im Bereich Verkehr sowie Raumwärme sind noch massive Anstrengungen notwendig, um die Reduktionsziele zu erreichen.
Wer sind die Verursacher der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2006 in Österreich?
- 27,8 Prozent Industrie und produzierendes Gewerbe;
- 25,5 Prozent Verkehr;
- 17,0 Prozent Energieaufbringung;
- 15,6 Prozent Raumwärme und sonstiger Kleinverbrauch;
- 8,7 Prozent Landwirtschaft;
- 2,2 Prozent Abfallwirtschaft;
- 1,6 Prozent Flourierte Gase;
- 1,4 Prozent Sonstige Emissionen.
Der Klima- und Energiefonds wurde im Juli 2007 im österreichischen Nationalrat per Gesetz beschlossen. Er unterstützt die Bundesregierung bei der Umsetzung der Österreichischen Klimastrategie.
Die Ziele des Klimafonds sind die Verwirklichung einer nachhaltigen Energieversorgung, die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen sowie die Steigerung der Forschungsquote.
Der Fonds ist für den Zeitraum von 2007 bis 2010 mit einem Fördervolumen von bis zu 500 Millionen Euro dotiert. Im Jahr 2007 standen 50 Millionen, im Jahr 2008 stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit den Fördergeldern sollen innovative Projekte unterstützt werden und Aufträge erteilt werden, die einen wesentlichen Beitrag für eine umweltfreundlichere und energieschonende Zukunft bringen. Entscheidende Kriterien sind dabei die Effizienz und die Nachhaltigkeit.
Projekte können im Rahmen der im Gesetz festgeschriebenen drei Programmlinien eingereicht werden:
Forschung und Entwicklung im Bereich nachhaltiger Energietechnologien und Klimaforschung,
Forcierung von Projekten im Bereich des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs, des umweltfreundlichen Güterverkehrs sowie von Mobilitätsmanagementprojekten und
Forcierung von Projekten zur Unterstützung der Marktdurchdringung von klimarelevanten und nachhaltigen Energietechnologien.
Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter www.klimafonds.gv.at.
15 Jahre Umweltförderungsgesetz
Mit dem Umweltförderungsgesetz (UFG), das im April 2008 sein 15-jähriges Bestehen feierte, wurden 36.679 Fälle abgewickelt und mit 5,6 Milliarden Euro Fördermittel ein Investitionsvolumen von 17,6 Milliarden Euro ausgelöst. Neben dem hohen wirtschaftspolitischen Wert für Österreich ist das UFG auch ein enormer Arbeitsplatzfaktor. Durch die Investitionen wurden 220.000 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert.
klima:aktiv – das Programm zum Klimaschutz
Eine wichtige Initiative zum Klimaschutz sind die klima:aktiv-Programme des Lebensministeriums. Es handelt sich um zahlreiche Programme in den Bereichen erneuerbare Energie, Gebäude- und Energieeffizienzprogramme, Gemeinden und Mobilität.
Unter www.klimaaktiv.at finden Sie zusätzlich ausführliche Informationen zum energieschonenden und CO2 -sparenden Bauen und Wohnen, zum Spritsparen und Tipps zum Energiesparen.
23.05.2008,


